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Auf dem Rundweg durch die Historie

Königsjagden und Industriealisierung: Der Georgsplatz in der Wennigser Geschichte

Von Carola Faber

Einen bedeutsamen Ausschnitt der Wennigser Geschichte können Spaziergänger auf dem etwa zwei Kilometer langen Georgsplatzrundweg nachvollziehen. Landwirtschaftlich geprägt nahm die Region Hannover Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht an der allgemeinen industriellen Entwicklung teil. Erst mit der Übereignung des Kohleabbaus in staatliche Hände Mitte des 19. Jahrhunderts begann die Industrialisierung auch in Hannover. Ein Teil dieser Geschichte wird am Georgsplatz in der Wennigser Mark dargestellt.

Alte Unterlagen belegen, dass der heutige Georgsplatz schon vor dem Bau des Forsthauses bestand und als Festplatz für die Bergleute genutzt wurde. Die Form, ein großes Rondell mit mehreren Zugängen und drei zum Berge hin terrassenartig angelegten Abstufungen, lässt vermuten, dass sich dort größere Menschenmengen versammelten und feierten.

König Ernst August II. von Hannover ließ hier 1845 von seinem Oberhofbaudirektor Georg Ludwig Friedrich Laves und den Maurermeister Nordmann ein Forsthaus für den blinden Königssohn Georg errichten. Heute befindet es sich im Privatbesitz. Rund um das Gelände ist ein zwei Kilometer langer Rundweg angelegt, der die vielseitige Nutzung des Deisters im 19. Jahrhundert und die kulturelle Vielfalt zeigt. Auf Schautafeln wird die Geschichte dieses Ortes, des Bergbaus, der königlichen Jagd und der Rottekuhlen aus der Zeit des Flachsanbaus erklärt. Ein Lageplan zeigt, dass sich die Anlage seit ihrer Entstehung kaum verändert hat. Wiesen, Teiche und Gärten dienten zur Selbstversorgung des Forstguts. Das Anwesen war erst als königliche Oberförsterei und zu Repräsentationszwecken für königliche Jagden geplant. Hier wurde auch gegen die Wilderei vorgegangen. „Dem Andenken des königlichen Jägers Toppius, am 28. Februar 1807 in seinem Beruf an dieser Stelle tödlich verwundet, starb er am zweiten Tage in Wennigsen“ – dieser Satz auf dem Denkmal am Toppius- oder Georgsplatz erinnert an eine Auseinandersetzung mit einem Wilddieb.

Alte Darstellungen belegen, dass der Teich schon 1820 existierte und später durch die Ergänzung von Sitzsteinen und einer eindrucksvollen Fontäne in die repräsentative Anlage einbezogen wurde. Auf einer weiteren Tafel ist von den Jagdpraktiken des Königs zu erfahren. Dort ist erklärt, wie oft tagelang vor dem offiziellem Jagdbeginn das Wild zusammen getrieben worden ist, um dem König eine möglichst hohe Trefferquote zu ermöglichen. Zum Abschluss wird die Funktion der Rottekuhlen von Degerser Bauern erklärt. Auf dem Georgsplatz gibt es heutzutage jeweils am ersten Maisonntag einen Jazzfrühschoppen und am Pfingstmontag einen Waldgottesdienst.

Seit seiner Erbauung im Jahr 1845 ist die Anlage um das königliche Forsthaus (...), fast unverändert. Auf dem etwa zwei Kilometer langen Rundweg ist viel über die Geschichte dieser Zeit zu erfahren. Schautafeln am Weg enthalten vielfältige Hintergrundinformationen über die Jagdpraxis, den Toppiusplatz und tragische Unfälle.

Toppiusplatz1Toppiusplatz2Toppiusplatz3

(Zum Betrachten der gesamten Bilder-Gallerie einfach ein Bild anklicken und weiterblättern!)


Der Georgsplatzrundweg Wennigser Mark

Das müssen Sie wissen

Wo? Startpunkt für den Georgsplatzrundweg ist der Parkplatz am Waldrand, Wennigsen, Ortsteil Wennigser Mark.
Wann? Ein Rundgang ist jederzeit möglich.
Was kostet es? Nichts. Gruppenführungen auf Anfrage.
Essen und Trinken? Am Toppiusplatz gibt es eine Picknickmöglichkeit. In Wennigsen gibt es das Deister-Café und die CaféZeit.
Für Rollstuhlfahrer geeignet? Nein. Internet: www.wennigsen.de Telefon: (05103) 700567.

So kommen Sie hin

Mit Bahn und Bus: Vom Hauptbahnhof Hannover mit der S-Bahn 1 oder 2 bis Wennigsen, von dort mit dem Bus Linie 540 in Richtung Egestorf über die Wennigser Mark. An der Haltestelle Sonnenblick aussteigen und auf dem Weg Zum Waldfriedhof etwa 400 Meter gehen.
Mit dem Auto: Von Hannover auf der B217 bis Weetzen fahren. Dort in Richtung Wennigsen auf die K229 abbiegen. An der Kreuzung mit Ampel in Degersen geradeaus auf der L391 fahren bis Ortseingang Wennigser Mark. Links auf den Parkplatz am Waldrand abbiegen. Zu Fuß auf der Straße Zum Waldfriedhof bis zum Stoppschild, dem sogenannten Rondell, gehen. Dort beginnt und endet der Rundweg.

 

Dieser Artikel von Carola Faber erschien am Donnerstag, den 27. Oktober 2011 in der Calenberger Zeitung, dem Regionalteil von Hannoversche Allgemeine und Neue Presse (Artikel als PDF).

Weitere Informationen zum Projekt "Georgsplatz-Rundweg" finden Sie auch auf diesen Seiten!


 

Verkehrsmännchen zerstört

VerkehrsmännchenEs scheint zum Sport zu werden, die neu aufgestellten Verkehrsmännchen um zu treten.

Mit großem Einsatz hatten einige Eltern der Spielkreiskinder Verkehrsmännchen gebaut und aufgestellt, da alle  Bemühungen um eine angemessene Warnung der Kraftfahrzeuge auf der Egestorfer Straße vor dem Fußgängerverkehr am Dorfgemeinschaftshaus und Kinderspielkreis bisher erfolglos blieben.

Umso ärgerlicher ist die unverständliche, und bereits wiederholte, Zerstörung dieser minimalen  Verkehrssicherungsmaßnahme für unsere Kinder.

Hier waren wieder hirnlose Täter am Werk.


 

Neue Sitzbank für den Bolzplatz im Wald

„Könnt ihr eine stabile Sitzbank gebrauchen, meine Frau möchte die hier weg haben?“ fragte Uli Haase aus der Egestorfer Straße den Ortsbürgermeister Holger Dorl. Dieser brauchte nicht lange zu überlegen, denn die vorhandene Sitzbank am Bolzplatz im Wald hat der Zahn der Zeit schon lange ziemlich zernagt.

Das Umsetzen wird Dank des ortsbürgermeistereigenen Fuhrparks keine Schwierigkeit bedeuten. So können sich die jugendlichen Bolzplatzfreunde bald wieder ohne Span im Hosenboden am Spielfeldrand setzen.

Ulrich Haase sei herzlich gedankt!


 

Sommerlöcher in der Mark

In Zeiten, in denen es nichts zu berichten gibt spricht man gerne vom Sommerloch. Doch was genau ist das? Spiegel-Online beschreibt in seinem Lexikon den Begriff Sommerloch wie folgt:

Das Sommerloch

ist eine Bezeichnung der Medien für die nachrichtenarme Zeit während der Sommermonate, da während der sitzungsfreien Wochen der politischen Institutionen und der spielfreien Zeit von kulturellen Einrichtungen wie Opernhäusern und Theatern kaum Tagesaktuelles zu melden ist. In der Regel berichten die Medien dann auch über Ereignisse und Personen, die sonst kein Medieninteresse erregen würden. Aus Ermangelung an Themen erscheinen in den Sommermonaten häufiger als sonst vermeintliche Sensationsmeldungen, die sich dann als Zeitungsenten entpuppen. Lobbyisten nutzen das Sommerloch teilweise gezielt, um Themen zu platzieren.

Auch in der Mark sind jede Menge Sommerlöcher zu finden. Diese sind jedoch noch Überbleibsel des vergangenen Winters. In diesem Sinn - als Lobbyist - stelle ich hier einige dieser sehenswerten Exemplare vor, um sie so in die aktuelle Berichterstattung zu bringen. Es wäre schön, wenn sich auch diese Sommerlöcher  - zum Beispiel hier gefunden im Bierweg - nach dem Sommer aufgelöst hätten Zwinkernd. Zum Vergrößern die Bilder einfach anklicken!

Sommerloch_1Sommerloch_2Sommerloch_3


 

Internet bleibt ein Ärgernis

Ein Ausbau des DSL-Netzes in der Wennigser Mark ist derzeit kein Thema.

Das langsame Internet in der Wennigser Mark sorgt bei Einwohnernund bei Ortsbürgermeister Holger Dorl für Unmut und Ratlosigkeit.

Nur 384 Kilobit pro Sekunde garantiert die Telekom momentan als Übertragungsgeschwindigkeit für die Wennigser Mark. Zum Vergleich: Die Geschwindigkeit in den übrigen Wennigser Ortsteilen liegt bei zwei Megabit (2000 Kilobit). „Wir bekommen die Internetverbindung über ein Kupferkabel aus Wennigsen. Das Kabel ist alt und arbeitet auch nicht mehr vernünftig“,  sagt  Ortsbürgermeister Holger Dorl. Erschwerend komme hinzu, dass die Geschwindigkeit sinkt, je mehr Nutzer gleichzeitig die   Verbindung beanspruchen. „Dieser Zustand ist äußerst unbefriedigend“, sagt Dorl. Er habe schon mehrfach bei den einzig  möglichen Anbietern htp aus Hannover und der Telekom um Abhilfe gebeten. Passiert ist nicht viel. Die Telekom hat lediglich im Rahmen des Radwegebaus von Wennigsen in die Wennigser Mark zwei leere Rohre verlegen lassen. „Das heißt aber nur, dass die Möglichkeit besteht, dort ein Glasfaserkabel oder ähnliches zu verlegen“, sagt Wennigsens Wirtschaftsförderer Christian Mainka. Die Telekom habe die Rohre strategisch verlegen lassen, um Kosten zu sparen. „Unter Umständen bleiben die Rohre die nächsten  Jahrzehnte unbenutzt“, sagt Mainka. Auch eine Vermietung der Rohre gegen eine Gebühr sei denkbar, aber htp hat dieses Vorhaben aus Kostengründen verworfen. „Die Verlegung von einem Kilometer Glasfaserkabel kostet etwa 50 000 Euro. Wir müssen als Unternehmen genau schauen, ob sich der Ausbau wirtschaftlich rechnet“, sagt Telekom-Sprecherin Stefanie Halle. Derzeit sei kein Ausbau geplant. Sie verweist auf die Bürgermeister-Hotline der Telekom. Dort können Verwaltungschefs ihre Anliegen vortragen und sich Anregungen und Tipps holen, um den Ausbau des DSL-Netzes in ihrer Kommune voranzutreiben. „Die jetzige Situation ist frustrierend, denn in den vergangenen Jahren hat sich die Internetverbindung als Standortnachteil herausgestellt“, sagt Dorl. Er bekomme immer wieder Anfragen von Leuten, die in die Wennigser Mark ziehen wollen. „Doch mit der aktuellen Internetverbindung sinkt das Interesse.“ Auch die älteren Einwohner würden das Internet nach und nach für sich entdecken. Doch bei langen Wartezeiten vergeht schnell der Spaß am Internet-Surfen. Ans Aufgeben denkt Dorl nicht. „Wir haben zwar kein wirkliches Druckmittel in der Hand. Aber vielleicht kann eine Unterschriftensammlung einen der beiden Anbieter überzeugen“, sagt der Ortsbürgermeister.

(Quelle: Calenberger Zeitung 26.04.2011, Stephen Kroll)


 


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