Mehrgenerationenhaus: Märker werden ungeduldig
Wennigser Mark (mi). In einer Sondersitzung des Ortsrates der Wennigser Mark am Dienstagabend stand als Schwerpunkt die Kindertagesstättenbedarfsplanung und die mögliche Umwandlung des Märker Kinderspielkreises in einen Kindergarten im Mittelpunkt der Diskussionen. Gemeinsam mit einem Mehrgenerationenhaus soll in der Mark das „Corvinus-Zentrum“ mit Kindergarten- und Krippengruppe entstehen.

Genau vor einem Jahr hatte der Ortsrat der Wennigser Mark bei der Gemeinde den Antrag gestellt, den vorhandenen Kinderspielkreis in einen Kindergarten umzuwandeln und dort auch eine Krippengruppe einzurichten. Der Kindergarten soll eingebunden werden in das von einem Förderverein geplante „Corvinus-Zentrum Wennigser Mark“ (DLZ berichtete), von dem die Finanzierung des Projektes durchgeführt werden soll, so dass die Gemeinde keine investiven Kosten aufbringen muss. Allerdings sind von der Gemeinde anschließend die Kosten für den Betrieb der Kindertagesstätte (Kita) zu übernehmen. Das bedarf eines Ratsbeschlusses, der noch nicht vorliegt.Es ist weder der Kita-Bedarfsplan auf den aktuellen Stand gebracht worden noch klar, wer die Trägerschaft für die Kita übernimmt. Bürgermeister Christoph Meineke war in der Sondersitzung des Ortsrates erschienen, konnte allerdings noch keinen überarbeiteten Entwurf des fehlerhaften Bedarfsplanes vom Juni 2009 vorlegen, hatte jedoch den Bedarf für die Wennigser Mark im Hinblick auf den ab 2013 bestehenden Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz vorgezogen. Danach wird die Geburtenrate in Wennigsen insgesamt von 129 auf 89 zurückgehen. Für die Wennigser Mark stehen sechs Kinder pro Jahr in der Prognose. Gesetzlich sollen die Kommunen 35 Prozent der Krippenbedarfsplätze garantieren. Inzwischen gehen zahlreiche Kommunen davon aus, dass das nicht ausreichend ist und 50 oder gar 66 Prozent nach einem Vorschlag des Niedersächsischen Städtetags einzuplanen sind. Diese Entscheidung steht dem Wennigser Rat noch bevor. Enttäuscht zeigten sich die Märker, dass nach ihrem Antrag seit einem Jahr nichts geschehen ist. CDU-Ratsherr Ernst Herbst hatte bereits Ende November vorigen Jahres die Kita-Bedarfsplanung von 2009 überarbeitet und einen Antrag gestellt, dass der Rat der Planung im Sinne des Märker Vorhabens, den Spielkreis aufzugeben und eine Kindertagesstätte mit Kindergarten- und Krippengruppe einzurichten, zustimmen möge. Dabei sei eine Einbindung in das Mehrgenerationenhaus anzustreben. Ernst-Udo Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins Corvinus-Zentrum, gab den aktuellen Sachstand bekannt und erklärte, dass die Vertragsentwürfe mit der Kirche fertig in der Schublade liegen und er nur noch auf grünes Licht vom Rat wartet. Unabhängig davon wird in Kürze eine Bauvoranfrage an die Region eingereicht. Ein wenig Irritationen löste ein großes Transparent aus, das zwei Märker an dem separaten Kirchturm neben der Kapelle mit kritischen, aber missverständlichen Hinweisen, angebracht hatten.
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