Märker wollen Taten sehen

In der Wennigser Mark macht sich Unmut über die mangelnde Unterstützung für das Corvinus-Zentrum breit. Es ist unklar, ob die Krippengruppe überhaupt benötigt wird. Von Michael Hemme.
Bei der Sondersitzung des Ortsrates am Dienstagabend (29.03.2011) konnten Teilnehmer und Besucher auf die Transparente schauen, die Mitglieder des Fördervereins Corvinus-Zentrum gegenüber am Glockenturm der Kapelle angebracht hatten. „Wann geht?s los?“, steht dort in großen Buchstaben an der Ortsdurchfahrt für alle sichtbar zu lesen. Das Projekt sieht vor, das leer stehende Freizeitheim der Kirche abzureißen und dort ein Corvinus-Zentrum zu bauen, das die gleichnamige Kapelle mit einbezieht und Krippe, Kindergarten und Dorfgemeinschaftshaus in einem sein soll. Bauherr wäre der Förderverein, die Gemeinde nur Mieter.
Dass es nach der anfänglichen Euphorie nicht so recht weitergeht, hat verschiedene Gründe. Bürgermeister Christoph Meineke erläuterte im Ortsrat, dass sich bei der Kindertagesstätten-Bedarfsplanung ein Rechenfehler eingeschlichen habe. Demnach ist die Zahl der möglichen Krippenkinder zu hoch angesetzt worden. Wennigsen könne seiner gesetzlichen Verpflichtung, für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Krippenplätze ab 2013 vorzuhalten, wohl auch ohne die Wennigser Mark nachkommen. „Alles andere ist eine politische Frage“, sagte er. „Wir eiern seit einem Jahr herum“, sagte Ortsbürgermeister Holger Dorl. Er stellte erneut den Antrag, den bestehenden Spielkreis in einen Kindergarten umzuwandeln. Schon jetzt meldeten sich Leute bei ihm, die umziehen wollen und vorher nach den Angeboten für Eltern fragen. „Wir müssen das Projekt aber auch gut begründen“, sagte er. „Die Kinderkrippe muss im Ort sein“, sagte Ortsratsmitglied Wolfgang Dankert (CDU). Wenn die Kleinkinder erst einmal anderswo betreut werden, würden sie nicht mehr zurückkommen. „Dort, wo die Kinderbetreuung gut ist, werden auch Kinder geboren“, sagte Hans Haindl (FDP).
Die Diskussion um das Corvinus-Zentrum drehe sich nun allein um die Krippenfrage, sagte eine Zuhörerin. „Was ist denn mit uns?“, fragte sie mit Blick auf die Überalterung im Ort. „Wir sind nach wie vor guten Mutes“, sagte Ernst-Udo Schmidt, Vorsitzender des Fördervereins. Die Kindergartenplätze würden wegen der Mehrfachnutzung nicht so teuer wie bei anderen kommunalen Projekten. Auf die Gemeinde kämen keine weiteren Verpflichtungen außer der Raummiete zu. „Alle Vereine, die das Zentrum nutzen werden, müssen zahlen“, machte Schmidt deutlich. Als Gast meldete sich Ernst Herbst zu Wort. Das Evestorfer CDU-Ratsmitglied hatte auf den Fehler in der Bedarfsprognose für die Wennigser Krippenplätze hingewiesen. Sein Schluss daraus sieht jedoch anders aus. „Zusätzliche Krippenplätze und eine wohnortnahe Kinderbetreuung sind erforderlich“, sagte er. Das Beispiel der Nachbarstadt Gehrden zeige, dass eine Kommune mehr leisten könne, als gesetzlich vorgeschrieben ist. „In Gehrden liegt die Versorgung bei 100 Prozent“, sagte Herbst.
Transparente am Glockenturm zeigen, dass es den Initiatoren zu langsam geht.
Quelle: Hemme 31.03.2011 / LKCZ
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