Chronik der Wennigser Mark
Vorwort (Auszug)
1995 wurden auf Initiative des Ortsrates der Wennigser Mark Bilder und Dokumente über die Geschichte der Wennigser Mark zu Ausstellungszwecken gesammelt. Viele Märker stellten dankenswerter Weise alte Fotografien und Dokumente zur Verfügung, sodass eine umfangreiche Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus gestaltet werden konnte.
Überraschend groß war die Anzahl und der hervorragende Zustand der gesammelten Dokumente. Das veranlasste einige interessierte Märker dieses Material zu sichten. Weitere Dokumente über die Geschichte der Wennigser Mark konnten beschafft werden.
Der Einblick in die Vergangenheit vertiefte sich und es entwickelte sich die Idee über die Entstehung bzw. über die Geschichte der Wennigser Mark eine Chronik zu verfassen.
Anliegen ist es, über die Geschichte und Geschichten aus der Wennigser Mark zu berichten und dem interessierten Leser einen Leitfaden in die Hand zu geben, mit dem er sich an Ort und Stelle ein Bild über die Vergangenheit machen kann.
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125 Jahre Zeitgeschichte der Wennigser Mark im Jahre 2000 sind ein zeitgemäßer Anlass diese Chronik herauszugeben.
Quelle: Vorwort zur Chronik der Wennigser Mark
Zur Vorgeschichte (Auszug)
Eine Karte aus dem Jahre 1898 zeigt die ersten Anfänge der Wennigser Mark, deren Häuser entlang der heutigen Egestorfer Straße stehen. Damals hieß die Egestorfer Straße noch Neue Kohlenstraße und wurde als Weg für die Kohlentransporte und als Arbeitsweg der Bergleute zwischen den Egestorfer Stollen und Wennigsen genutzt. Auf dieser Karte ist die Wennigser Mark noch nicht mit der Ortsbezeichnung Wennigsen verbunden, sondern sie wird als Mark bezeichnet.
Eine Mark ist ein Gebiet, das zu einem Ort, Gut oder Besitz gehört. Dabei handelt es sich entweder um eine Holzmark oder eine Feldmark, die alle landwirtschaftlichen Nutzflächen umfasst.
Das Gebiet der heutigen Wennigser Mark liegt im oberen Teil der ehemaligen Suerser Mark. Benannt nach dem alten Adelsgeschlecht derer von Suersen und der unter-gegangenen Ortswüstung Suedersen.
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Der Georgsplatz (Auszug)
Alte Unterlagen belegen, dass der heutige Georgsplatz schon vor dem Bau des Forsthauses bestand.
Überliefert ist, dass er den Bergleuten als Festplatz diente und auch bei großen Jagden eine besondere Rolle gespielt hat . Die Form seiner Anlage, ein großes Rondell mit mehreren Zugängen und drei zum Berge hin terrassenartig angelegten Abstufungen, lässt den Schluss zu, dass sich hier viele Menschen versammeln und feiern konnten.
Erste Hinweise auf den Bau des Forsthauses sind in den Karten vom Dezember 1843 und September 1844 zu finden, die den Situationsplan des Georgsplatzes dokumentieren.
Als Jagdschloss wie fälschlicher Weise behautet wurde es nie genutzt. Es war für König und Hofstaat einfach zu klein gebaut. Im Saupark in Springe existierte schon seit 1833 ein für die königlichen Belange adäquates Jagdschloss.
Erbaut wurde das Forsthaus Georgsplatz 1845. Es erhielt die Hausnummer 61 von Wennigsen. Die Baupläne stammten vom Hofbaumeister Laves. Der Mauermeister Nordmann baute im Auftrag von König Ernst August II von Hannover (1771 – 1851) die Gebäude. Es wurde nach dem Kronprinzen Georg V (1819 – 1878) benannt. Tragisch war, dass Georg V den Georgsplatz nie zu sehen bekam, denn er war blind.
Angelegt wurde die Anlage an der Chaussee von Wennigsen zum Suerser Brink. Diese war bis dahin der einzige Transportweg für Kohle, Holz und Sandstein zwischen dem Suerser Brink und Wennigsen.
Weitere Hinweise auf die historische Vergangenheit liefern zwei Denkmäler:
Toppius Denkmal:
Der Hofjägers Toppius vom Jägerhof Hannover fand unterhalb des Forellenteiches im Handgemenge mit einem Wilddieb am 28.2.1807 den Tod. Ursprünglich stand das Toppius Denkmal in der Nähe des Forellenteiches und wurde 1901 an seinen jetzigen Standort versetzt. Die Inschrift auf dem Denkmal lautet:
Dem Andenken des königlichen Jägers Toppius am 28. Februar 1807 in seinem Beruf an dieser Stelle tödlich verwundet, starb er am zweiten Tage in Wennigsen.
Die Inschrift des Lendorf Denkmals lautet:
Zur Feier des Andenkens an Johann Dietrich Lendorf. Königlicher Holzknecht über das Westerholz und den Suerserberg. Geboren den 8. April 1743 zu Degersen, gestorben daselbst den 30. November 1815. In Wennigsen ruht seine irdische Hülle. Geschätzt von seinen Vorgesetzten, geehrt im Kreise seiner Bekannten, weihte er mit rastloser Tätigkeit dem Schutz und der Pflege des Waldes sein tadelloses Leben. Der Redlichkeit und der Treue während 44- jähriger Dienstzeit. Seines Fleisses Zeugen umschatten diesen Gedenkstein.
Quelle: Chronik der Wennigser Mark
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